Ute

mein Name ist Ute und ich schreibe Ihnen, weil demnächst die Umsetzung der Tabakproduktrichtlinie (TPD2) auf Ihrer Tagesordnung stehen wird.

Ich bin 50 Jahre alt. Seit meinem 16. Lebensjahr habe ich Zigaretten geraucht, in den letzten 20 Jahren mindestens 30 Stück am Tag. In dieser Zeit habe ich mindestens 10 mal versucht mit dem Rauchen aufzuhören. Diese Versuche (Hypnose, Literatur, Nikotinpflaster, Nikotinkaugummis) waren leider nie von Erfolg gekrönt.

Anfang 2011 wurde dann bei mir Brustkrebs diagnostiziert und ich dachte, jetzt schaffe ich es aufgrund dessen mit dem Rauchen aufzuhören. Mithilfe von Nikotinkaugummis (mindestens 12 Stück am Tag) und Nikotinpflaster habe ich es dann auch tatsächlich geschafft, wenigstens für die Dauer der OP und Chemotherapie nicht zu rauchen. Allerdings war diese Zeit für mich Horror pur. Meine Gedanken kreisten jede Minute um die um das Rauchen. Ich habe sogar nachts davon geträumt.

Sobald dann die Therapie zu Ende war, wurden die Entzugserscheinungen trotz Nikotinhilfsmittel immer schlimmer, so dass ich wieder zu Rauchen angefangen habe. Dies hat mir überhaupt nicht gut getan, aber ich kam von dieser Sucht einfach nicht los, bis ich dann von der E-Zigarette gehört, diese auch ausprobiert habe und dabei geblieben bin. Zunächst hatte ich mir ein Starterset von Joyetech angeschafft, welches mich aber nicht befriedigt hat, so dass ich mir dann verschiedene Tanksysteme und Liquids mit unterschiedlichen Aromen und Stärken zugelegt habe. Mit diesen Systemen war ich dann überaus zufrieden und habe seitdem (Ende 2011) nie mehr eine Zigarette geraucht.

Das war für mich, als wäre ich dem Tod von der Schippe gesprungen. Endlich war ich befreit von dieser unerträglichen Sucht. Seitdem habe ich nie wieder einen Hustenanfall erlitten, welche manchmal mit totaler Luftnot endeten. Außerdem kann ich endlich wieder tief durchatmen und meine Lunge hat sich wieder regeneriert. Ebenfalls kann ich wieder riechen und schmecken und die Zähne verfärben sich nicht mehr. Des Weiteren muss ich bzw. andere Menschen in meinem Umfeld diesen Rauchgestank, der sich überall niederschlägt, nicht mehr ertragen.

Auch war dieses starke Suchtgefühl wie weggeblasen. Vorher musste ich mindestens jede 1/2 bis 1 Stunde eine Zigarette rauchen, um meine Sucht zu befriedigen. Mit der E-Zigarette existiert dieses starke Verlangen nicht. Ich kann jetzt mehrere Stunden, ohne einen Zug an der E-Zigarette zu nehmen, auskommen. Allerdings muss mich die E-Zigarette auch befriedigen und das ist nur möglich, wenn die Vielfalt der Hardware, Liquids mit verschiedenen Nikotinstärken und Aromen zur Verfügung steht. Zur Zeit dampfe ich Liquid mit 18 mg Nikotinstärke, möchte aber über kurz oder lang noch weiter reduzieren.

Ohne die E-Zigarette hätte ich das nie geschafft, da bin ich mir sicher und ich habe sehr große Angst, sollte es die E-Zigarette in dieser Form nicht mehr geben, wieder rückfällig zu werden. Das würde bedeuten, dass der Krebs sich evtl. auch wieder zurückmelden würde.

Mein Mann hat es ebenfalls nach einer Raucherkarriere von 32 Jahren und ca. 1 Schachtel täglich Anfang 2012 mit der E-Zigarette geschafft, mit dem Rauchen aufzuhören.

Ich bitte Sie deshalb, auch im Namen meines Mannes, sich gut zu überlegen, wie Sie als Parlamentarier/Parlamentarierin über die Umsetzung der TPD2 abstimmen werden. Wir hoffen, Sie stimmen im Sinne des Volkes ab, welches Sie mit demokratischen Mitteln dazu beauftragt hat!