Thommy

Hi, ich bin Thommy. …OK, das ist nicht mein richtiger Name. Aber das ist dann auch schon die einzige Unwahrheit hier.
Meine Geschichte ist vermutlich nicht so spannend wie die meisten Anderen, Sie enthält keine schlimmen Krankheiten oder Schicksalsschläge. Meine Geschichte ist vor allem geprägt von sozialen Zwängen und Außenseiter-tum.

Ich bin vor kurzem 30 Jahre alt geworden. Mit dem Rauchen angefangen habe ich mit 16 Jahren in der Schule. Mein bester Freund war wie ich eher ein Außenseiter, doch im Gegensatz zu mir schämte er sich vor sich selbst und verkroch sich deshalb vor der Welt. Aller Scham zum Trotz war er dennoch immer auf der Suche nach einer sozialen Nische, in der er sich wohlfühlen und neue Bekanntschaften knüpfen konnte. Sein Weg führte ihn dabei irgendwann in die Raucher-Ecke unserer Schule.
Ich dagegen hatte nie ein großes Bedürfnis nach Sozialen Kontakten. Mehrere Menschen auf einmal überfordern mich schnell. Aber auch ich hatte damals einen guten Freund nötig und so bin ich ihm gefolgt.
…Seine Mutter denkt bis heute, ich hätte ihren Sohn zum Rauchen verführt. 🙂

Bis zu diesem Tag war ich militanter Tabak-Gegner. Mein Bruder fing früh mit dem Rauchen an, und auch meiner Schwester habe ich lange versucht das Rauchen auszureden. Ich wollte einfach nicht verstehen warum sich so viele Menschen ständig diesen sündhaft teuren Giftmüll in die Lunge ziehen.
Als Raucher habe ich dann schnell die soziale Komponente des Rauchens schätzen gelernt. Raucher sind Herdentiere. Jeder Neue ist sofort willkommen, egal ob er wie ein Wasserfall vor sich hin plappert, oder wie ich nur am Rand steht und den Mund nicht auf bekommt. Diese Menschen haben immer wenig verlangt und mir dennoch stets das Gefühl gegeben dazu zu gehören.
Das Rauchen selbst war für mich dabei stets bloß Mittel zum Zweck. Ich habe viel geraucht wenn ich unter Leuten war. In der Disko und auf Partys konnten das schnell mal zwei Big Packs an einem Abend werden. Aber wenn ich alleine war blieb es oft bei 5 Zigaretten und weniger pro Tag und es kam nicht selten vor, dass ich tagelang keine einzige Kippe angesteckt hatte. Schließlich hab ich einfach aufgehört und 9 Monate nicht geraucht. Doch dann kam eine harte Zeit und ich fing wegen Stress wieder an zu Rauchen.
Seit dem habe ich immer wieder Phasen von 1-2 Monaten gehabt, in denen ich nicht geraucht habe und schließlich doch wieder anfing. Vor allem wegen der Arbeit, denn beim Rauchen vor der Tür knüpft man viele Kontakte, erfährt viele Dinge und kann sich in Themen einbringen, von denen man sonst vielleicht nie gehört hätte. Ohne die Raucherpausen wäre ich heute nicht in der Position, in der ich bin.
…schlimmer noch, immer wenn ich versucht habe auf zu hören, dann bin ich schnell im Abseits gelandet. Als Einzelgänger, der ich von Natur aus bin, wird man in meiner Berufswelt schnell übersehen, auch wenn die erbrachte Leistung immer dieselbe ist.

Seit mindestens 10 Jahre habe ich keine Nicotin-Sucht mehr, stattdessen habe ich meine ganze Existenz vom Rauchen abhängig gemacht. Nicht von der Zigarette, sondern vom sozialen Gefüge der Raucherpause.
Ich habe geraucht um befördert zu werden, Ich habe geraucht um Anerkennung für meine Arbeit zu bekommen, ich habe geraucht um irgendwie dazu zu gehören und Ich habe geraucht um nicht vergessen zu werden.
Nach 13 Jahren als Raucher hatte ich glücklicher weise keine ernsthaften Körperlichen Probleme, aber wenn man sich 9 Jahre lang mehr oder weniger dazu zwingen muss Gift zu sich zu nehmen, aus Angst vor sozialem und finanziellem Abstieg, …das geht nicht spurlos an der Psyche vorüber.

E-Zigaretten kenne ich bereits seit ein paar Jahren, aber ich hatte sie nie als Alternative gesehen. Das war für mich bloß kindische Spielerei und gerade diese Einweg-Depots von damals waren mir nicht geheuer.
Vor einem Jahr hat sich ein guter Freund eine e-Zigarette gekauft. Ein iTwist-Clon mit einem kleinen BDCC.
Er war total begeistert von dem Gerät und deshalb habe ich angefangen mich näher mit dem Thema zu beschäftigen.
Vor etwa 10 Monaten habe ich mir schließlich meine erste e-Zigarette gekauft und seitdem habe ich keinen Tabak mehr angerührt.
Auf der Arbeit war es für mich nicht ganz so leicht. Die Kollegen haben ein paar Monate gebraucht, um mich als Dampfer in ihrer Raucher-Runde zu akzeptieren. Ich habe viel Spott und komische Blicke ernten müssen, aber ich habe mich nicht entmutigen lassen. Ich habe mich immer wieder mit den Kollegen darüber unterhalten, habe sie aufgeklärt, was das ist, wie es funktioniert, usw… Und inzwischen bin ich nicht mehr der einzige Dampfer in der Runde. 😀

Ich wusste schon vorher, dass ich kein Nicotin brauche, also habe ich von Anfang an nur Liquids ohne Nicotin gekauft. Inzwischen habe ich mehr Geschmacksrichtungen durch probiert, als ich zählen kann und seit etwa 5 Monaten Mische ich meine Liquids selbst.
Hier verwende ich eine 50/50 Base (natürlich ohne Nikotin) und diverse Aromen von Capella, Pink Spot, CBV, Twisted Vapors und Anderen.
An Geräten habe ich auch schon vieles durchprobiert, aber SubOhm-Verdampfer und BoxMODs gefallen mir am besten. Zurzeit verwende ich für Arbeit und unterwegs eine Kanger Subox mini und zuhause und bei Freunden eine Sigelei 100W+.
Ich habe diverse Fertig-Verdampfer von Kanger, Aspire und SMOK, aber auch einen Selbstwickler von Eleaf und einen Tröpfler von EHpro.

In den Letzten 10 Monaten hat sich mein Leben ganz schön auf den Kopf gestellt. Es ist erschreckend, was das Rauchen all die Jahre mit mir gemacht hat. Der Psychische Stressfaktor ist verschwunden. Ich bin zwar nach wie vor abhängig davon bei den Rauchern zu stehen, aber ich muss mich dafür nicht mehr selbst vergiften. Das ist schon mal ein riesiger Fortschritt. Zusätzlich hat sich mein Blutdruck verbessert, ich schlafe besser, ich denke klarer, bin leistungsfähiger, glücklicher und sogar ein klein wenig kontaktfreudiger.

Auch meine Schwester und mein Bruder wollen vom Rauchen zum Dampfen wechseln.
Ich hoffe dass Sie es schaffen.