Sylvi K.

Vom Rauchen zum Dampfen – meine Geschichte

Mein Name ist Sylvi K., ich bin seit dem 10.10. 44 Jahre alt und seit 11.10.2015 Dampferin. Also noch eine sogenannte „Newbie“. Der aufmerksame Leser hat sicher gemerkt, dass ich einen Tag nach meinem Geburtstag anfing, zu dampfen. Ja, es war mein Geburtstagsgeschenk für mich von mir selbst. Warum? Dazu muss ich erst einmal ein wenig länger ausholen.

Tabakrauch begleitete mich praktisch mein gesamtes bisheriges Leben, ich, ein Kind der 70er Jahre, wuchs mit einem Zigaretten rauchenden Vater und einem Zigarre rauchenden Großvater auf. Damals scherte man sich noch nicht um die Gefahren des Passivrauchens, ich kann mich sogar noch dunkel an das „HB-Männchen“ im Fernsehen erinnern… oder war das noch vor meiner Zeit? Ich kann es nicht sagen.

Mit 14 Jahren war es dann soweit, ich wurde von der Passiv- zur Raucherin. Warum? Neugierde…? Vielleicht wollte ich einfach wissen, was daran so toll ist…? Ehrlich? Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, warum! Meine erste Zigarette war scheußlich, es brannte in den Bronchien, ich hustete, es schmeckte nicht… aber ich bekam einen unvergesslichen Flash, der mein Schicksal besiegelte.

Mit 15 wurde ich vorübergehend zur Nichtraucherin, es war mir schlicht zu teuer. Das klappte auch noch hervorragend, ich vermisste nichts, ich ließ es einfach sein. Dann wurde mir in einer Gruppe von Bekannten mal eine Fluppe angeboten, ich nahm sie… dann wurde es erst eine Schachtel pro Monat, dann eine pro Woche und irgendwann war ich dann bei einer Schachtel täglich.

Vor einigen Jahren fuhren wir in Urlaub, zum Zeltcamping. Ich fühlte mich bei der Autofahrt nach Österreich schon so zerschlagen, ich übernahm die 1. Etappe, wollte eigentlich bis hinter Würzburg hinter dem Steuer sitzen. Bei einer Rast merkte ich, ich kann nicht mehr, mir tat alles weh. Ich bat meinen Mann, mich doch schon abzulösen und wir fuhren weiter. Die Fluppe war immer dabei, bei uns beiden. Mir schmeckte sie jedoch nicht mehr, das ist bei mir stets „Alarmstufe Rot“ gewesen, das hieß, ich werde bzw. bin krank. Zu der Zeit herrschte herrlichstes Sommerwetter, 25 °C im Schatten, im Auto, ohne Klimaanlage, geschätzt 60 °C… und ich fror. Ich habe gefroren. Darauf, dass ich vielleicht Fieber haben könnte, kam ich nicht.

Am Urlaubsort angekommen, stellten wir unser Zelt auf, jeder Handgriff fiel mir unglaublich schwer, ich bekam darüber hinaus auch sehr schlecht Luft, hatte trockenen Husten, mir ging es einfach schlecht. Am ersten Urlaubsmorgen saß ich vor dem Waschhaus und versuchte, trotz allem, eine zu rauchen. Jeder Raucher kennt diesen Schmacht! Es ging nicht. Ich bekam kaum noch Luft, war extrem schwach und mir war warm. Auf einmal hatte ich so ein komisches Gefühl, es war eine Art Gewissheit, die sich in mir ausbreitete:

„Wenn Du heute nichts unternimmst, zum Arzt gehst, dann wirst Du den nächsten Tag nicht mehr erleben!“

Es war beängstigend, so sehr, wie noch nie in meinem Leben. Unglaublich, der Schmacht nach Zigaretten war ungebrochen. Aber ich kämpfte dagegen an. Ich bat meinen Mann, mich zu einem Arzt zu fahren, er brachte mich kurzerhand in die Ambulanz des Krankenhauses am Ort. Mittlerweile hatte ich regelrechten Sauerstoffmangel, da ich weiterhin kaum Luft bekam. Dementsprechend muss ich auch ausgesehen haben. Wohl daher musste ich in der Ambulanz nicht lange warten, kaum 5 Minuten, da kam ich bereits an die Reihe.

Innerhalb weniger Sekunden war ich mit dem EKG verkabelt, bekam ein Inhalationsgerät in den Mund gesteckt, ein Sauerstoffmessgerät an den linken Zeigefinger (für die Fachleute: spO2 85%, alles über 95% ist normal), ein Thermometer ins Ohr (38,6°C; Normal 36,0°C-37,4°C) und einen venösen Zugang an der rechten Hand, an den sofort eine Infusionsflasche angeschlossen wurde. Nach 5 Minuten bereits ging es mir wesentlich besser, die Watte im Kopf verschwand, die Gliederschmerzen ließen nach und ich konnte atmen. Die Todesahnung verschwand. Dann wurde ich zum Röntgen des Brustkorbes gebracht.

Wir sollten auf das Ergebnis warten, es kam nach ca. 1 Stunde:

Lungenentzündung.

Die wollten mich da behalten, ich lehnte ab, mein Mann und ich sind beide in der Krankenpflege tätig und kennen uns aus. Außerdem scheute ich die Kosten eines Krankenhausaufenthaltes in Österreich. Ich unterschrieb meinen obligatorischen Zettel, wir kauften in der Apotheke die verordneten Medikamente für mich und ich lag 5 Tage schwer krank im Zelt, mit meinem „Privatpfleger“ an meiner Seite. Und, oh Wunder, es ging die Woche komplett ohne Zigaretten. Ohne nennenswerte Entzugserscheinungen, ohne Schmacht. Mannomann, ich war wirklich krank.

Nach einer Woche war ich beinahe wieder gesund, ich fühlte mich wohl. Und prompt stellte sich der Appetit (= Schmacht) auf meine heißgeliebten Zigaretten wieder ein. Natürlich fing ich wieder an. Klar. Soweit die Geschichte meiner Raucherkarriere, die ich vorausschicken musste, damit man die weitere Geschichte verstehen kann.

Die Geschichte meiner noch jungen Dampferkarriere

„Ja, Hallo, und herzlich willkommen im Dampferhimmel, mein Name ist Philgood, und ich grüße Euch!“ Diese Worte haben sich in mein Gedächtnis eingebrannt. Ich wusste nach meiner Krankheit, Rauchen ist nicht gut für mich, ich konnte es aber nicht einfach so lassen. Was habe ich nicht alles probiert… Kaugummis mit Nikotin… reduzieren… mein Hausarzt hat mir den Tipp gegeben, es mal mit Entwöhnungstabletten zu probieren… ich recherchierte die Nebenwirkungen und befand, dass ich mit Weiterrauchen besser fahre, als mit dieser überteuerten chemischen Keule.

Bei dieser Recherche stieß ich 2012/2013 auf den Youtube-Kanal „Dampferhimmel“ und hörte erstmals die Worte, die ich oben geschrieben habe.

Zu der Zeit dachte ich noch, ja, rede Du nur… gut, aber probieren kann ich es ja mal. Gesagt, getan, ich kaufte mir eine Ego-T. Eine. Mit einem Akku und einer Flasche Liquid.

Jeder erfahrene Dampfer zeigt mir jetzt sicher den Vogel, auch ich mir selbst. Das konnte nicht funktionieren! Natürlich rauchte ich nebenbei weiter, zwar wesentlich weniger als vorher, aber klar, wenn der Akku geladen wurde, hatte ich ne Fluppe im Gesicht. Logisch.

Dann ging nach einigen Wochen (Wow! Was für eine Haltbarkeit!) der Verdampfer in die Knie und schmeckte kokelig. Tja, mangels Ersatzgerät war ich nach wenigen Tagen wieder voll auf Pyros. Selbstverständlich.

Anfang Oktober diesen Jahres wurde ich wieder extrem kurzatmig, nächtliche Hustenattacken hielten mich vom Schlafen ab, kurzum, mir ging es sehr schlecht. Da erinnerte ich mich an Philgood, recherchierte erneut und traf auf den „Liquidhimmel“. Ja, er war noch da, nur mit anderem Namen. Ich schaute die Videoplaylist hoch und runter, hörte genau zu, lernte allmählich das Dampfervokabular und schaute mir einige von Phil vorgestellte Geräte an.

Dabei merkte ich, wie dumm ich mich bei meinem ersten Umstiegsversuch angestellt hatte und beschloss, es nochmal zu versuchen. Die Luft wurde mir mittlerweile sehr knapp, es saß mir ein buchstäblicher Elefant auf der Brust, vor lauter Husten kam ich nicht mehr zum schlafen… Ich konnte einfach nicht mehr, ich war durch.

An meinem Geburtstag besuchten mein Mann und ich einen Offline-Shop in Hannover, der eine große Auswahl an Geräten und Liquids anbietet. Die Beratung war top, engagiert und kompetent erstellte der Verkäufer eine Anamnese meines Rauchverhaltens, riet mir daraufhin zu Liquid mit 12 mg Nikotin und ließ mich durch die Liquids probieren. Mein Mann probierte fleißig mit. Alles war sehr hygienisch und sauber, einfach toll. Ich sprach mit dem Verkäufer, dass ich mir aufgrund der Liquidhimmel-Videos die Kangertech EVOD 2 als Starterset ausgesucht hätte und er riet mir ebenfalls dazu. Gekauft, dazu noch Liquidvorrat und Verdampferköpfe (ja, habe diesmal auf Dich gehört und gelernt, Phil).

An dem Tag rauchte ich noch normal, bereitete am Abend die Geräte vor und rauchte 11.10.2015 meine letzten Zigaretten. Ich hatte noch drei geschlossene Big-Boxen als ich mit dem Dampfen anfing.

Und die liegen, noch immer verschlossen, bei mir zu Hause auf dem Regal. Und da bleiben sie vermutlich auch, bis meine Psyche dieses Backup nicht mehr braucht.

Die ersten zwei Dampf-Tage waren hustentechnisch die Hölle. Jeder Zug ein Treffer. Irgendwann hatte ich den Bogen raus und paffte erstmal nur, das genügte vollkommen. Trotzdem hustete ich mir fast die Seele aus dem Leib. In den Hustenpausen recherchierte ich weiter bei Phil und den anderen Youtube-Dampfern, außerdem in diversen Foren. Meine besorgten Fragen, die ich mir stellte: Ist das normal? Warum ist das so? Vertrage ich das nicht? Meine Recherchen brachten mir das Ergebnis: Ja, es ist normal am Anfang.

Also hielt ich durch.

Am 3. Tag holte mich mein Wecker wie gewohnt 4:45 Uhr aus dem Bett (Frühdienst, was soll man machen?), ich stand auf und dachte… hm… komisch… irgendwas fehlt.

Außerdem fühlte ich mich erstmals seit Wochen ausgeschlafen, äußerst merkwürdig! Beim ersten Kaffee und den ersten Zügen an meinem Dampfi kam mir die Erleuchtung:

Kein Husten

Die ganze Nacht völlige Ruhe, am Morgen völlige Ruhe, ich konnte atmen, ohne darüber nachdenken zu müssen, ruhige, tiefe Atemzüge ohne Pfeifen oder Brodeln.

Wunderbar! Ein völlig neues Lebensgefühl, eine völlig neue, viel bessere Lebensqualität!

Liebe Leute, ich bin wirklich keine Frau, die nah am Wasser gebaut hat, aber an diesem Morgen weinte ich… vor Freude.

Damit schließe ich mich Philgood an und wünsche Euch ebenfalls etwas sehr, sehr Schönes!

Sylvi K.

P. S.: Mein ganz besonderer Dank und eine herzliche virtuelle Umarmung geht an Philgood und seinen Liquidhimmel. Du hast Recht, wir sind die Guten, aber Du bist der Beste.

Dampfen kann Leben retten; ich glaube, meins hat es gerettet. Mit Pyros würde ich meiner Ansicht nach die 50 nicht mehr erleben.