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Der Husten, der Tod und der Dampf

Als Jungendlicher hatte ich „Sport“ als Abiturfach.
Geraucht habe ich damals noch nicht.
Ich war Spätanzünder, der erst mit 20 beim Bund aus Langeweile und Neugierde zu den Kippen griff.
Spätere Versuche, das Rauchen aufzugeben, scheiterten kläglich.
Länger als drei Monaten waren ohne Kippen nicht machbar.

Vor etwa 4 Jahren habe ich mir dann eine dieser kleinen Einweg-E-Zigaretten gekauft.
Allerdings waren diese Geräte keine Ernst zu nehmende Alternative zur Kippe und ich blieb bei meinen ca. 50 Glimmstängeln pro Tag.
Auch Versuche mit Nikotinpflastern und Kaugummis sowie ein „Raucherentwöhnungstraining“ blieben erfolglos

Durchschlafen war für mich (und meine Frau) nicht mehr möglich, da meine Hustenanfälle überhand nahmen.
Treppensteigen und längere körperliche Anstrengungen wurden für mich, den ehemaligen Sportabiturienten, zur Qual.
Dennoch, noch vor dem Frühstück und mit halb geschlossenen Augen, bestand die erste Handlung des Tages darin, die verhasste unverzichtbare Kippe anzuzünden.
Inzwischen hatte ich die 50 überschritten und schon Schmerzen im Brustraum.

Ich wusste, dass die Kippen mich töten würden.
Weihnachten 2011 gab ich der E-Zigarette eine zweite Chance.

Dieses Mal mit einem richtigen Gerät (der Ego-T) und Liquid in für Kettenraucher adäquater Stärke.
Nach wenigen Wochen waren die Kippen Geschichte.

Heute habe ich mit Treppen keine Probleme mehr, die Frau und ich können wieder durchschlafen und die Schmerzen in der Lunge sind auch verschwunden.
Selbst lange Radtouren gelingen mir heute ohne Atemnot.
Geblieben ist das Verlangen nach Nikotin, das sich mit der Dampfe allerdings wesentlich genussvoller decken lässt als mit der Kippe.