René Lantin

Mit ca. 15 Jahren habe ich, dummerweise – wie wohl die meisten Raucher, mit dem Rauchen begonnen. Zuerst nur „zum Spaß“, aber der wahr, wie allgemein bekannt ist, bald vorbei und der ursprüngliche Genuss und das mit dem Rauchen verbundene und versprochene Gefühl von Freiheit und Rebellentum löste sich im Laufe der Zeit in Rauch auf. Dennoch blieb es eine gesellige und stressreduzierende Angewohnheit, ungeachtet der Tatsache natürlich, dass das Rauchen selbst im Falle eines allzu langen Verzichts selbst zum Stressfaktor Nr. 1 mutiert.

Nun bin ich 37 Jahre alt und vor etwa 2 Jahren nach nunmehr gut 20 Jahren Tabakkonsum begann sich mein Laster immer deutlicher spürbar zu Rächen. Ein Besuch beim Pneumologen eröffnete mir, was kommen musste. Asthma und COPD der Stufe 1. War zu erwarten, aber so ist das mit dem Rauchen… man nimmt in Kauf, was es mit dem Körper macht, um seiner Sucht Sorge tragen zu können, Diese basiert längst nicht nur auf dem Inhaltsstoff Nikotin sondern viel mehr auf dem ritualisierten Inhalieren des Rauches, dem tiefen Durchatmen und dem durch den Rauch entstehenden Gefühl, seine Lungen mit etwas „beruhigendem“ zu füllen. Leider zähle ich nicht zu den willensstarken Menschen, denen eine Entwöhnung vom Tabak so mir nichts Dir nichts gelingt. Ich will nicht behaupten, ich wäre undiszipliniert – ganz im Gegenteil. Beruflich sowie im Privaten ist Disziplin für mich sehr wichtig und wird nahezu allen Bereichen meines Alltags gelebt. Aber mit dem Rauchen, das ist so eine Sache, die ich einfach und beim besten Willen nicht in den Griff bekommen konnte. Mehrmalige ernsthafte Versuche, das Rauchen aufzugeben, teils mit und teils ohne pharmazeutische Hilfsmittel resultierten bestenfalls in mehrmonatiger Abstinenz, die jedoch von ständigen Entzugserscheinungen begleitet war und stets wieder zur Kippe zurückführten.

Vor etwa 1 ½ Jahren hat ein guter Freund von mir dann zum ersten Mal seine Dampfe mitgebracht. Wie fast alle Menschen war ich skeptisch und lehnte ob der Ungewissheit bezüglich Inhaltsstoffe und Unbedenklichkeit des Ganzen dankend ab, war jedoch nicht unaufgeschlossen und Willens mich in das Thema einzulesen. Etwa 1 Jahr später im September 2015 und nach unzähligen Stunden die ich mit dem Lesen von Studien der unterschiedlichsten Quellen verbracht hatte, kam ich zu dem Schluss, zu dem jeder, der sich ernsthaft und unbefangen in das Thema einliest, kommen muss: DAMPFEN IST IM GEGENSATZ ZUR ZIGARETTE VÖLLIG UNBEDENKLICH! Dampfen ist genau genommen im Gegensatz zu der Straße an der ich wohne völlig unbedenklich. Die 4 Flaschen Whisky in meinem Schrank werden mir wohl mehr Schaden zufügen, als es das Dampfen in einem langen Zeitraum zu tun vermag. Ich werde das Dampfen ausprobieren.

Gesagt, getan… die erste Dampfe angeschafft und ein paar leckere Liquids gemischt. Und, was soll ich sagen: Ab dem ersten Tag tabakfrei und das schönste daran ist, ich verspüre nicht die geringste Lust, wieder eine Zigarette in die Hand zu nehmen. Vom guten Geschmack und Geruch, der geringeren Belästigung und gesundheitlichen Gefährdung meiner Mitmenschen und der Tatsache, dass hier ein völlig neuer wirtschaftlicher Markt entsteht, der Umsatz bringt und damit Steuern und der bislang bereits vielen Tausend Menschen einen Job beschert mal ganz abgesehen ist mein Lungenvolumen innerhalb von 2 Wochen nach Umstieg von ehemals 60% auf 80% angestiegen. Bis Anfang Januar bei meinem letzten CheckUp habe ich wieder 88% meines Lungenvolumens erreicht. Ich schwimme verdammt noch mal wieder 100 Bahnen und höre eher auf wegen einem Krampf im Bein als wegen des sonst so üblichen roten Kopfes aufgrund Luftmangels. Ich nehme wieder 2 Stufen auf dem Weg in meine 3.-Etagen Wohnung und kann noch normal sprechen, wenn ich oben ankomme! Angefangen bei 18mg Nikotin/ml bin ich nach nunmehr gut 5 Monaten dampfen runter auf 3mg/ml. Ich nutze seit Beginn eine Kangertech Subox mit der passenden RBA und habe mir nun kürzlich einen Sigelei-Tröpfler und den TFV4 Mini zugelegt nebst SMOK Treebox. Herkömmliche Billo-E-Zigaretten kommen für mich nicht in Frage, da diese den Genuss, den das Dampfen neben den gesundheitlichen Aspekten ausmacht, beim besten Willen nicht reproduzieren können.

Bitte nehmt mir und meinen Leidensgenossen das nicht weg. Ich will nicht am Krebs krepieren oder jämmerlich mit einer stetig fortschreitenden COPD bis in den Tod siechen, nur weil die Entscheidungsträger der neuen Tabakproduktrichtlinie zu viel um die Ohren haben, um sich ernsthaft mit dem Thema auseinander zu setzen. Natürlich könnte man jetzt argumentieren: „Dann hör doch ganz auf“… aber mal ehrlich gesagt ist es ziemlich naiv zu glauben, dass jeder Raucher, wenn er es nur wollte, seine Sucht allein durch seine Willenskraft zu beenden vermag. Und die bereits angesprochenen pharmazeutischen Hilfsmittel? Ersetzen nicht den meiner Meinung nach stärksten Faktor der Rauchsucht, das Ritual – innehalten, inhalieren, durchatmen. Ich hoffe, die betroffenen Politiker nehmen sich dieses und all die anderen Statements zu Herzen und setzen sich dafür ein, das Dampfen, so wie es heute noch existiert zu erhalten. Denn nur mit der zur Verfügung stehenden Auswahl an Liquids, Aromen, Nikotinstärken, Basen und Hardware hat das Dampfen die notwendige Qualität, Raucher dauerhaft von der deutlich weniger schädlichen Konsumvariante zu überzeugen. Ich zahl auch wenn nötig gern mehr Steuern darauf, wenn es bei Sache Tatsächlich nur um den schnöden Mammon geht und mit dieser Meinung bin ich sicher nicht allein.