Preyasi

Diese Mail ging an meinen Abgeordneten im Bundestag:

Ich bin 72 Jahre alt. Schon mit 10 Jahren rauchte ich meine erste Zigarette, ab 17 Jahren rauchte ich regelmäßig. In den folgenden 50 Jahren war ich – mit wenigen Unterbrechungen – Raucherin.
Ich habe unzählige Male versucht, das Rauchen aufzugeben – ohne Erfolg.
Obwohl ich selbst Psychotherapeutin bin und alle Wege und Tricks der unterschiedlichen Entwöhnungsprogramme kenne und ausprobiert habe, ist es mir nicht gelungen, die Folgen der Tabak-Abstinenz auszuhalten: Wortwörtlich entwickelte ich jedes Mal Todesangst.

Vor 5 Jahren nun erkrankte mein Mann – ebenfalls langjähriger, starker Raucher – an COPD. Er nahm mir das Versprechen ab, mit ihm zusammen nicht mehr zu rauchen.
Ich schien in einer auswegslosen Situation zu sein.
Es war allerdings gerade die Zeit, wo die E-Zigarette in Mode kam. Ich kaufte mir ein Einsteigerset – und seit dem ersten Zug mit dem Dampfgerät habe ich keine Zigarette mehr angerührt.
Können Sie sich vorstellen, wie dankbar ich über diese Möglichkeit bin, mein Suchtproblem auf so sanfte Weise zu mindern?
Denn tatsächlich wurde die Sucht in den letzten 5 Jahren, in denen ich dampfe, deutlich weniger. Ich habe das Nikotin in den Liquids reduziert, und es kann passieren, dass ich manchmal einfach vergesse, zu dampfen. Vor allem ist dieses furchtbare Gefühl, genötigt zu werden, auf der Stelle zu rauchen, vorbei.
Fast überflüssig zu sagen, dass es mir körperlich deutlich besser geht!

Mein Mann konnte ebenfalls mit Hilfe der E-Zigarette das Rauchen beenden.
Seit 5 Jahren hat er jetzt seine COPD im Griff: Seitdem keine Exazerbation mehr, kein Husten, wir können wandern und dabei Steigungen bewältigen fast wie früher.

Bitte sorgen Sie dafür, dass die E-Zigarette als mildes Genussmittel nicht so reglementiert wird, dass andere Leidensgenossen – suchtkranke Raucher – davon abgehalten werden, den Umstieg zu wagen. Sorgen Sie vielmehr dafür, dass in der Bevölkerung bekannt wird, um wie viel weniger schädlich die E-Zigarette ist im Vergleich zum Tabakprodukt. Dazu sind Sie – wie ich finde – zum Wohle der Volksgesundheit – verpflichtet.
Ich habe den Endruck, dass zur Zeit – von welchen interessierten Stellen auch immer – medial versucht wird, die Gefährlichkeit der E-Zigarette herauszustellen – bis hin zu Überschriften wie "E-Zigarette gefährlicher als Tabak-Zigarette".
Diese Medienkampagnen sind empörend und – so behaupte ich – verhindern die Rettung von Menschenleben.

Noch ein Gedanke: Sollte das Dampfen so stark reguliert werden, wie das kommende Gesetz es befürchten lässt, werden die an das Dampfen gewöhnte Konsumenten Mittel und Wege suchen, ihre Gerätschaften weiterhin zu nutzen, ihre Liquids weiterhin in gewohntem Umfang zu besorgen. Das heißt: Es wird sich ein Grau-Markt entwickeln, kriminelle Strukturen werden entstehen mit Abwesenheit von Qualitätskontrollen, die ich ja durchaus befürworte.
Wollen Sie das?