Papp

Was ich zu sagen hätte…

… dauert nicht lang.

Ich habe 43 Jahre lang geraucht, mit zwei oder drei Unterbrechungen, in denen ich mit großen persönlichen Mühen und recht unwürdigen Begleitumständen kurzzeitig das Rauchen aufgegeben hatte. Für mich war das Rauchen immer Bestandteil meines Lebens. Ich habe trotzdem oft versucht, der Tabaksucht zu entfliehen, unter anderem, weil mehrere in meiner Familie am Rauchen gestorben sind. Das temporäre Aufhören fiel mir jedes Mal extrem schwer und es war jeweils viele Wochen lang die Hölle. Aggressive Gereiztheit, um das Rauchen permanent kreisende Gedanken und wirklich peinliche Verhaltensweisen, die mich an meinem Restverstand haben zweifeln lassen. Man muß das Ex-Rauchern nicht erklären, während die SItuation Nichtrauchern nur schwer klarzumachen ist, dieses verzweifelte Kleben am Tabak, obwohl man weiß, daß der eher schädlich ist.

Ich habe selbstverständlich auch die ärztlich empfohlenen Hilfsmittel probiert, insbesondere die Nikotinpflaster. Ich fand die ziemlich teuer, aber ich hätte auch gerne ein mehrfaches ausgegeben, wenn ich nur vom verdammten Rauchen hätte lassen können. Die Pflaster hatten bei mir leider überhaupt keine Wirkung. Ich habe versuchsweise bis dreimal überdosiert, aber das Verlangen nach Zigaretten wurde nicht ansatzweise vermindert.

Schließlich hatte ich für mich persönlich einfach aufgegeben, ich konnte offenbar nichts wirklich Wirksames gegen meine Tabaksucht machen, und ich habe mich bei Gott darum bemüht. Dann eben nicht!

Irgendwann im Mai letzten Jahres hat mir ein Freund aus England erzählt, er rauche jetzt seit einem halben Jahr nicht mehr, er würde nur noch „vapen“. Ich hatte keine Ahnung, was er meinte und mußte googlen. Ah, diese verdächtigen E-Zigaretten meint er. Ich dachte mir, daß ich die einfach mal probieren sollte. Ich war überhaupt nicht optimistisch, damit das Rauchen aufgeben zu können, eben weil ich schon allerhand vorher probiert hatte. Aber einen Versuch war es wert.

Am nächsten Morgen, am 5.5.2014 habe ich mir bei einem Händler ein sogenanntes Starterset gekauft und ich habe um ca. 10:30 den ersten Zug daraus getan. Mein Zigarettenkonsum ist instantan von ca. 25 am Tag schlagartig auf eine alle zwei Tage gefallen. Zwei Monate später war ich völlig clean, nun ja, fast völlig, aber weitere drei Monate und ganze 6 Zigaretten weiter habe ich beschlossen, daß ich damit nichts mehr zu tun haben will. Nie mehr. Ich hatte und habe überhaupt kein Bedürfnis mehr nach Zigaretten.

Gesundheitliche Veränderungen? Ja, hatte ich. Nach wenigen Tagen oder Wochen kein abendliches Röcheln oder morgendliches Abhusten mehr. Kondition viel besser. Wirklich verblüffend.

Viele machen das „Dampfen“ zu einem Hobby und probieren immer wieder neue Hard- und Software. Völlig legitim, meiner Meinung nach, es ist inzwischen klar, daß das Risiko des Dampfens gegenüber dem Rauchen um ein bis zwei Größenordnungen kleiner oder gar völlig vernachlässigbar ist.

Mein Weg war aber anders und wird sich vermutlich auch in der Zukunft nicht ändern. Ich habe nach wenigen Wochen das damals für mich Beste am Markt erhältliche gekauft, ein innovatives Produkt einer kleinen Firma aus dem Ruhrgebiet (einen FeV3). Mit diesem Verdampfer und einem hochwertigen Akkuträger dampfe ich seither. Ich rauche nicht mehr. Ich habe im Moment keinen Bedarf, etwas anderes auszuprobieren, ich bin einfach 100% glücklich, daß ich nicht mehr rauchen muß.

Ich hatte anfangs Probleme mit den Geschmacksrichtungen. Mir ist alles so schnell leid geworden. Nach einigen Monaten habe ich mich dann von den Aromen getrennt. Ich dampfe nur noch reines PG = Propylenglycol mit ein wenig Nikotin. Und bin wunschlos glücklich damit.

Bleibt das Reizthema Nikotin. Das Nervengift. Das Suchtmittel. Stärker suchterzeugend als Heroin soll es sein.

Ich kann dergleichen nicht bestätigen. Ich war kraß tabaksüchtig, nach einer Stunde ohne Rauchen wurde ich sehr, sehr unruhig und mußte unbedingt eine rauchen. Seitdem ich nur noch dampfe, ist das Geschichte. Ich dampfe oft in der Firma den ganzen Tag nicht, na gut, in der Mittagspause dann schon gerne. Ich habe mein Dampfgerät auch schon mal vergessen, dann eben nicht. Aber ich genieße es, wenn ich es dabei habe. Die Dampfe ist für mich ein Genußmittel, so wie der Morgenkaffee.

Eins der Kriterien für Sucht ist der Drang, die Dosis ständig zu erhöhen. Nach diesem Kriterium bin ich nicht nikotinsüchtig. Bei gleichgebliebenem Verbrauch von 2-3 ml pro Tag habe ich inzwischen den Nikotingehalt von 18 mg/ml stufenweise auf 6 mg/ml reduziert, immer wenn mir einfach der Dampf zu stark wurde.

Für mich ist die E-Zigarette, die Dampfe, die Erfindung des Jahrhunderts. Dieses Gerät hat mich nahezu schmerzlos von der jahrzehntelangen Tabaksucht befreit, ohne eine neue Suchtschiene aufzumachen. Ich würde mir wünschen, daß unsere Gesundheitsbehörden dieses Potential endlich erkennen und ideologische Widerstände vergessen. Übertriebene Regulierung dieser Produkte treiben nur Raucher in die Fänge des Tabaks, so einfach ist das. E-Zigaretten sind für mich persönlich ein Segen. Und E-Zigaretten retten Leben. Auf meine alten Tage werde ich doch noch zum Aktivisten, weil ich von diesem Produkt einfach so überzeugt bin. Dann eben doch!