Julian

Trotz meinem doch recht jungen Alters habe ich bereits die ersten
stark negativen Wirkungen des Rauchens bemerkt.

Angefangen hat alles mit 14 oder 15.
Wieso? Ich weiß es nicht. Es war nunmal so.

Konkret geraucht habe ich dann bis zu meinem 22. Lebensjahr..also doch gut und gerne 7 Jahre.
verglichen mit vielen anderen Rauchern ist das sicherlich nicht alzulange gewesen, doch es hat ausgereicht
um mir die negativen Wirkungen des Rauchens ganz gehörig zu zeigen.

Zunächst:
ich war immer, von Kindertagen an, ein sehr aktiver Mensch. Herumtollen, Fahrrad fahren oder jeder
andere Sport..ich war sofort dabei.
Mit dem Beginn des Rauchen änderte sich dies. Der ein oder andere mag nun sagen „Völlig normal in der Pupertät“.
Nun, dass mag sicherlich irgendwo stimmen. Hormone verändern die Vorlieben und den Stoffwechsel. Keine Frage.
Was ich dann aber über die Jahre durchgemacht habe fällt allerdings, in meinen Augen nicht, nicht mehr ganz unter diese Kategorie.
Mit steigendem Zigarettenknsoum reduizierte sich meine sportliche Aktivität auf ein Minimum. Ich nahm zu, bis ich die 100KG geknackt
hatte. Bei 181cm Körpergröße also deutlich den BMI für ein Normalgewicht hintermir gelassen habe.
Mir wurde klar, dass es so nicht weiter gehen konnte und ich begann mich zu bewegen.
Naja..so gut es eben ging. Allzuviel mehr als 20 Treppen hat meine Lunge dann einfach nicht mitgemacht.
Ich habe es dennoch versucht.
Der Erfolg?
Nennen wir ihn mäßig. Meine einstige Ausdauer war irgendwo zwischen den täglich 12-18 Zigaretten abhanden gekommen.
Mit dem Rauchen deshalb aufhören ?
Hat klasse funktioniert.
Für die Ironieresistenten: Es hat ziemlich genau gar nicht funktioniert.
3 Wochen..mehr waren nie drin. Egal wie Stark der Wille war. Irgendwann war ich zu schwach.

Diese Konstellation zog sich dann noch gute 2 Jahre hin. Mittlerweile war das ganz normale gehen, wohin auch immer, schon
ein Akt, der ein Sauerstoffzelt gerechtfertigt hätte.
Schlichtweg: Ich hatte nicht nur einen „komischen“ Husten, sondern ich bekam generell einfach zu wenig Luft, egal wie sehr ich japste.

Ich hatte mich nie sehr für die E-Zigarette interessiert. Ich hatte es zwischenzeitlich, als ich noch Raucher war, mit einer
Ego-T, eines Bekannten, versucht.
Nein, dass war nicht meins. Kokeln hier, ekliges Liquid in Mund und auslaufender Tank dort.

Der Anfang von Ende Begann dann ziemlich genau vor 1Jahr und 11Monaten.
Die Technik war fortgeschritten und die „neuen“ Dampfgeräte waren mit den Alten eigentlich nicht mehr zu vergleichen.
Ich kaufte mir eine wenig gebrauchte Nautilus Mini auf einem regelbaren Akku und wollte der ganzen Sache eine neue Chance geben.
Nicht nur, dass mich meine Lunge körperlich beeinträchtigt hat, nein auch mein dadurch entstandenes Gewicht nagten an mir.
Um das klar zu machen: Es nagte nicht nur körperlich an mir. Ich fühlte mich ekelhaft, ging nicht mehr unter Leute und
begann mein Leben irgendwo als einsamer Wolf zu bestreiten.

Und genau diese Entscheidung, dieses kleine Gerät, sollte mein Leben, so überzogen es klingt, wieder ändern.

Durch die neue Technik gab es keine Probleme mehr. Es schmeckte (und wie es das tat und tut!), es
kokelte nicht, außer ich vergas den Tank zu füllen (was man aber nach dem ersten halben Zug merkte) und es lief nichts mehr aus.
Das Ganze direkt, ohne dass ich viel Erfahrung hatte und bei weitem genug Fehler mit dem Gerät machte.
So gingen Tage durchs Land, die ich ohne Klimmstängel und Teer bestritt.
Aus Tagen wurde Wochen und aus Wochen Monate.
Ich bemerkte wie mein Körper sich von Tag zu Tag besser anfühlte.
Es gab immer weniger Bröckchen, die sich krachend aus meiner Lunge lösten, ich
kam das Treppenhaus herauf und fiel nicht erstmal japsend in meine Couch und ich begann völlig neue Gerüche
und Geschmäcker wahrzunehmen.

Ich bemerkte, dass ich vermutlich die beste Entscheidung getroffen habe, die für mich durchhaltbar war.
Mit neuem Körpergefühl, neuem Mut und einer langsam besser werdenden Luftzufuhr begab ich mich auf die Reise auch
den Rest meines Körpers zurück zu besseren Zeiten zu holen.
Ich begann zu laufen, wieder Fussball zu spielen und wurde aktiv. Und viel wichtiger: Ich ging wieder unter Menschen.
Mein Körper veränderte sich. Bald joggte ich die Treppen hoch, schaffte es einen Coopertest wenigstens bis zum Ende durchzuziehen
und hatte die Klimmstängel aus meinem Gedächtnis verbannt.

Mit immer besser werdender Technik änderte sich zugleich mein Konsumverhalten der E-Zigarette.
Ich begann meine Reise mit 24mg/ml. Heute bin ich bei 3mg/ml und wenn ich mein Gerät mal vergesse?
Halb so schlimm. Ich renne nicht, wie früher mit Zigaretten, wie ein Abhängiger auf Entzug durch die Gegend und versuche irgendwoher
Nikotin zu bekommen. Ich sehe es gelassen, genieße meinen Abend mit Freunden und vermisse nichtmal wirklich was.

Mein heutiger Dampfkonsum geht gegen 0.
Zuhause einfach so? Wie früher die Zigarette zum Kaffee?
-Gibt es nicht mehr.
Während ich auf die Straßenbahn oder das Taxi warte? Mal kurz den Nikotinspiegel ausgleichen?
-Heute nicht mehr.

Jediglich zu den Zeiten, wo die meisten Raucher wieder zur Zigarette greifen, in denen Stress und Unsicherheit herrscht, oder
auch mal in geselliger Runde 1 oder 2 Bier getrunken werden, habe ich „meine Dampfe“ gerne bei mir.

Um das Ende vom Lied noch herauszustellen, damit es auch für jeden kurz und knapp ersichtlich ist:

Ich bin bei einem Gewicht von konstanten unter 80KG, habe meinen Körperfettanteil um über 30% reduziert und wieder Muskulatur aufgebaut.
Ich habe den Spaß am Sport wieder gefunden, laufe den Coopertest, der ja Rückschlüsse auf die maximale Sauerstoffaufnahme zulässt,
in einem Bereich von 2400 – 2800m und vorallem
traue mich wieder unter Leute und fühle mich heute, fast 2 Jahre nach dem Wechsel,
sogut wie nie zu Zeiten meiner Raucherkarriere.