GR

G R
Ich habe mich so geschämt
. . . .als ich den Kleiderschrank im Pflegeheim meiner Mutter öffnete und mir der Geruch von kaltem Rauch entgegenkam. Hatte ich doch nicht nur die Wäsche der Mutter- die ich zu Hause gereinigt hatte- in den Schrank gepackt, nein, auch diesen ekeligen Geruch hatte ich mitgebracht. Und meine Mutter war diesem Mief hilflos ausgeliefert!
Ich habe mich so geschämt.
„Jetzt hörst Du auf “ war mein erster Gedanke! Mit dem Öffnen der Schranktür ist bei mir ein Hebel im Kopf umgefallen.
Das war mein Schlüsselerlebnis um mit dem Rauchen aufzuhören.
In meiner 43 jährigen Raucherkarriere hatte ich schon einige Male versucht die Zigaretten aus meinem Leben zu verbannen. Kurse bei VHS und KK, Pflaster, Spray und Kaugummi, Akkupunktur, Hypnose und div. Bücher mit entsprechenden DVD s; ich habe alles ausprobiert.
Es hat einfach nicht geholfen! Ich war nicht stark genug und mit diesen Krücken der Sucht zu begegnen. Die längste tabakfreie Zeit in meinem Erwachsenenleben waren ganze drei Tage. (Und das auch nur weil ich ein Kind geboren hatte und zum Rauchen nicht nach draußen gehen konnte.)
Im November 2013 – als der Hebel im Kopf umgelegt wurde – lerne ich das Dampfen kennen. Ich habe fast meinen kompletten Urlaub damit verbracht mich zu informieren und mich mit der Materie vertraut zu machen. (Rauchen ist einfacher).
Auch heute noch bin ich von der Leichtigkeit des Umstiegs erstaunt. Ich- eine gestandene Hardcorraucherin – konnte von einer Minute auf die Andere auf Zigaretten verzichten!
Von 30 auf 0 und das von jetzt auf gleich ! Unglaublich !
Den Hauptgewinn sehe ich immer noch darin dass es mir gesundheitlich viel besser geht, dass ich nicht mehr abhängig bin und es die Auswirkungen meiner Zigarettensucht in meinem Leben nicht mehr gibt. Das ist wiedererlangter Lebensqualität!
Eigentlich könnte man ja jetzt meinen: alles gut, wieder eine Raucherin weniger und sie ist zufrieden und ausgeglichen. Aber leider ist das nicht so.
Was mich richtig stört – ich könnte auch sagen richtig nervt – sind die militanten Ex Raucher und der politische Umgang mit der E Zigarette (Dampfe).
In meiner sozialen Umgebung treffe ich immer wieder auf Ex Raucher die mir unterstellen ich hätte meine Sucht „nur umgeleitet“. Sie berichten über ihre Schwierigkeit, Kämpfe und Anstrengungen die sie meistern mussten. In ihren Augen bin ich keine Nichtraucherin. Ohne Beschwerlichkeiten und Qualen aufhören zu rauchen und dann auch noch Spaß an einem neuen Hobby zu haben > das geht ja mal gar nicht. Anstatt sich mit mir zu freuen neiden sie mir die Leichtigkeit des Umstieges und mein Hobby.
Und der politische Umgang mit der E Zigarette ? Das macht mich manchmal sprachlos.
Ich lebe seit über 60 Jahren in der Bundesrepublik und habe mich darauf verlassen das die von mir gewählten Vertreter ihren Auftrag nach „gutem Wissen und Gewissen“ erledigen.(Ja, mittlerweile weiß ich auch dass es gutgläubig und blauäugig war.)
Wenn ich mitbekomme wie Funktionsträger Intrigen, Unwahrheiten und Manipulationen um die E Zigarette spinnen um die eigenen Interessen (oder die der Lobbyisten) durch zu setzten > mir wird übel. Da tun sich ja Gräben auf!
Ich bin so froh dass es eine gut informierte Dampfergemeinschaft gibt und sich ein Verein gegründet hat der unsere Interessen vertritt. (IG-ED).
Und ich bin dankbar dass es Menschen gibt die ihre Zeit und Energie investieren um auf Missstände, Ungerechtigkeiten, Lügen, Beeinflussungen aufmerksam zu machen.
Soweit es mir möglich ist werde ich sie in ihren Anstrengungen stützen und unterstützen.
Was auch immer passiert und wie es weiter geht. Eines weiß ich gewiss. Ohne die E Zigarette hätte ich es nie geschafft zur Nichtraucherin zu werden.
(Was soll nur aus all den Menschen werden die diese sicherer Methode des Ausstieges nicht mehr nutzten können?)
GR

PS Meine Mutter ist vor zwei Monaten gestorben. Ich konnte ihr u.a. zwei mief freie Jahre schenken und sie hat mir – indirekt – geholfen mich von der Zigarette u befreien.
Danke Mama