docjameson

Niemand muss sich rechtfertigen, wenn er Alkohol trinkt, kalorienreiche Schokolade zu sich nimmt, Kaffee trinkt, oder raucht. Nicht mir und auch nicht anderen gegenüber. Warum? Weil all diese Genussmittel gesellschaftsfähig sind und uns täglich umgeben. Man wird nahezu animiert mitzumachen:„Trink doch einen mit…“. Gut, Raucher leben, im Gegensatz zu den anderen Genussmittelkonsumenten mit Beschränkungen der Platzwahl für ihr Tun. Aber rechtfertigen müssen sie sich trotzdem nicht. Es ist halt so. Hinterfragt wird dies nicht.

Ich dampfe. Seit über vier Jahren. Und immer wieder gerate ich in die Situation, mich rechtfertigen zu müssen. Vor angesäuselten Trinkern, vor hustenden Rauchern, vor dicken Schokoladenessern, vor kannenweise trinkenden Kaffeejunkies und allgemein, vor dem normalen Mitbürger. „Du, das ist aber gefährlich….“ hörte ich nicht nur einmal. Auch vor der 20 Meter entfernten und provokant künstlich hüstelnden Dame, bin ich nicht verschont geblieben. Der Vorwurf, dass ich einen Weg suche, um Nichtraucherschutzgesetze zu umgehen, stand ebenso im Raum, wie auch andere Moralpredigten, die ich in den letzten Jahren erhielt. Das kollektive Bewusstsein funktioniert also tatsächlich. Auch, wenn all diese Vorwürfe und Situationen nur zustande kamen, weil es manipulative Schlagzeilen einiger Interessengruppen in die Medien geschafft haben, die kaum einen wissenschaftlichen Bezug aufweisen, sondern oft nur aus Konjunktiven bestanden. Respekt!

Das Bild der „schädlichen“ Dampfe (in den Medien meist E-Zigarette genannt) hat sich in den Köpfen der Bevölkerung somit eingebrannt. Schlagzeilen bestimmten den Denkprozess. Zu Unrecht, wie wir aus den vielen Untersuchungen, wissenschaftlichen Abhandlungen und Studien zur E-Dampfe wissen. Die Politik versucht derzeit intensiv, sowohl auf EU-Ebene (hier bereits beschlossen), als auch auf nationaler Ebene in den Mitgliedsländern, dieses vorbereitete schlechte Image zu nutzen, um die E-Dampfe fast zu Tode zu regulieren. Ob sie sich damit am Ende ein Armutszeugnis ausstellt, möchte ich nicht bewerten. Dass sie jedoch mit dieser Vorgehensweise gegen jede freiheitliche Demokratie verstößt, wenn ideologisch geprägte und finanzstarke Interessensgruppen ihre Ziele mit Hilfe dieser Politik gegen die E-Dampfe durchsetzen, steht außer Frage.

Was hat das mit meiner Dampfer-Story zu tun? Eine ganze Menge! Kurioserweise bin ich durch die Politik überhaupt zur Dampfe gekommen. 2011 warnte die Gesundheitsministerien von NRW, Frau Barbara Steffens, eindringlich vor der „E-Zigarette“. Meine Neugier war geweckt. Was war dran, dass sich eine Politikerin so dermaßen und vehement gegen eine Erfindung wehrt, von der ich bis dahin nichts gehört hatte? So las ich mich einige Wochen in einschlägigen Foren, diversen Händler- und Informationsseiten ins Thema ein und kam zu dem Schluss, mir ein E-Zigaretten-Starterset zu besorgen.

Ehrlich muss ich zugeben, dass ich gern geraucht habe. Über 22 Jahre, ich begann erst mit dem 17. Lebensjahr zu rauchen, war die Zigarette mein Begleiter. Ich hatte bis dahin keinerlei gesundheitliche Probleme oder Beeinträchtigungen. An das Aufhören habe ich nie einen Gedanken verschwendet. Das bestellte Dampfer-Set sollte eher eine Art Spaß und ein Versuch sein, den es auszuprobieren galt. Nach zwei Tagen in Benutzung, stellte ich mit einem gewissen Schreck fest, nicht eine Zigarette geraucht zu haben. Kurios! Ich hatte kein Verlangen mehr. Mein Konsum von bisher 30 Zigaretten am Tag wurde von der Dampfe verdrängt. Ich behielt vorsichtshalber im nächsten halben Jahr immer eine geschlossene Zigarettenschachtel in meiner Tasche, habe aber nie davon Gebrauch gemacht.

Interessanterweise haben sich in den Folgemonaten einige körperliche Dinge verändert, von denen ich mir kaum vorstellte, dass sie hätten anders ausfallen konnten. Ich stieg einfacher Treppen hinauf. Ich dachte immer, es war meiner allgemeinen Kondition geschuldet, dass ich irgendwann kurzatmig wurde. Ich roch und schmeckte auf einmal Dinge, die ich vorher nie bemerkte. Ich wurde ruhiger und brauchte nach dem Aufstehen nicht gleich meine Nikotinration. Im Gegensatz zu meinen Zigaretten, war es bei der E-Dampfe auf einmal nicht so schlimm, wenn ich sie zu Hause vergessen hatte. Ich habe schlussendlich mehr Lebensqualität erhalten, von der ich nicht wusste, dass sie mir abhanden gekommen ist. Ich bin kein Raucher mehr und werde es nach so langer Zeit der Abstinenz auch nicht mehr werden. Dank der E-Dampfe!

Als interessierter Dampfer verfolge ich seitdem sehr genau, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse zur E-Dampfe veröffentlicht werden und welche Konsequenzen ich daraus ziehen kann. Nach über 350 Studien und tausenden Studien zu den einzelnen Inhaltsstoffen kann ich mittlerweile für mich das Resümee ziehen, dass ich mir hier weniger Gedanken über mein Handeln machen muss. Was mich jedoch beunruhigt, ist das derzeitige Handeln der Politik. Mein Recht auf Selbstbestimmung soll eingeschränkt werden. Meine Informationsfreiheit soll eingeschränkt werden. Meine Freiheit und mein Recht auf die Wahl eines Genussmittels soll bis zur Verstümmelung reguliert werden. Und das alles, ohne jeglichen Beweis einer Schädlichkeit oder einer nachvollziehbaren belegbaren Begründung. Zudem werden in diesen Handlungen die Verbraucher, die wissenschaftlichen Fakten und der normale Menschenverstand völlig ignoriert. Ich mache mir Sorgen darüber, dass diese schädliche Art von Prozedere und Gesetzgebung in ähnlicher Weise auch in anderen Bereichen der Politik vonstatten gehen, ohne dass man es mitbekommt. Zu Ungunsten der Gesundheit, der Freiheit und der Lebensqualität. Noch bin ich guter Hoffnung!