Devassa

Ich bin frei!!!

Nie wieder Tabak!!!

Im April 2014 saß ich, wieder einmal, auf dem Balkon und rauchte. Zumindest das hatte ich erreicht. In der Wohnung wurde nicht mehr geraucht, dafür nahm ich auch das schlechteste Wetter in Kauf und stand oftmals frierend draußen. Rauchte ich deswegen weniger? Nein, ich schaffte immer so um die 25 Zigaretten pro Tag, und das seit 41 Jahren.
An diesem besagten Tag im April 2014 saß ich nun da und resümierte über meine Raucherkarriere. Gerade war ich von einem Hypnoseinstitut gekommen, wo mir versprochen worden war, dass ich mit Hypnose die Gewohnheit des Rauchens aufgeben könnte. Ich hatte alles andere schon ausprobiert. Der Apotheker hatte mir versprochen, dass es ganz leicht sei, mit Nikotinkaugummis von den Zigaretten loszukommen. Als das nichts half und ich wieder bei ihm vorstellig wurde, schlug er vor, zusätzlich noch Nikotinpflaster zu nutzen. Also kaufte ich zwei Packungen mit unterschiedlichem Nikotingehalt. Zuhause angekommen, wurde sofort ein Pflaster auf den Oberarm geklebt. Zehn Minuten später war mir so übel, wie nach meinen ersten Zigaretten in der Jugend. Ich war absolut überdosiert. Also runter mit dem Pflaster und nach ein paar Stunden dann das Pflaster mit der geringeren Nikotinstärke auf den anderen Oberarm. Doch schon nach kurzer Zeit bekam ich Kopfschmerzen und Herzrasen. Da hatte ich nun viel Geld ausgegeben und mußte feststellen, dass es hier keine Lösung für mich gab. Ich mußte weiter rauchen. Die unzähligen Male, die ich versucht hatte, mit der Schlußpunkt-Methode aufzuhören kann ich gar nicht mehr zählen. Irgendwann kam eine Arbeitskollegin auf mich zu und meinte, dass ich doch mal Akupunktur versuchen sollte. Bei ihr hatte das Wunder gewirkt. Sie rauchte schon seit drei Monaten nicht mehr. Nachdem ich nun bei der Akupunktur gewesen war und den Pin im Ohr hatte, ging ich nach Hause und steckte mir erstmal eine Zigarette an. Mein Arbeitgeber hatte den rauchenden Mitarbeitern einmal ein Rauchstopp-Seminar finanziert. Einige Kollegen und ich gingen über mehrere Tage zu den Sitzungen und lernten, wie wir unsere Gewohnheiten ändern konnten, um mit dem Rauchen aufzuhören. Wir waren zu Fünft, und einer hatte es tatsächlich geschafft. Die anderen drei rauchten deutlich weniger und wollten weiter an der Methode arbeiten. Ich schien irgendwie immun gegen das Aufhören zu sein. Meine letzte Hoffnung hatte ich dann in die Hypnose gesetzt.

Nun saß ich also da und resümierte über meine „Sucht“. Warum nur konnte ich nicht aufhören? Mir ging es gesundheitlich sehr schlecht. Seit ein paar Jahren brauchte ich bei den kleinsten Anstrengungen ein Asthmaspray, damit ich nicht erstickte. Ich wohne im 5. Stock und wenn der Aufzug ausfiel, mußte ich in jedem Stockwerk mindestens fünf Minuten stehen bleiben, um nach Luft zu schnappen. Lachen konnte ich schon lange nicht mehr ungezwungen, weil es in meiner Lunge brodelte. Die kleinste Erkältung wurde für mich zu einem lebensbedrohlichen Ereignis. Jedes mal hatte ich eine so starke Bronchitis, dass ich Antibiotika nehmen mußte. Mein Brustkorb schmerzte unerträglich, doch selbst dann ging es nicht ohne Zigaretten. Ich inhalierte dann eben nicht so tief. Der ständige Husten veranlasste mich dazu, meine sozialen Kontakte zu reduzieren. Denn ich schämte mich, wenn ich in der Öffentlichkeit oder im Bekanntenkreis einen Hustenanfall bekam. Wer schon mal einen starken Raucher hat husten hören, weiß wie das klingt. Morgens beim Aufwachen und abends beim Zubettgehen war der Husten am schlimmsten. Minutenlang hustete ich Schleim hoch und hatte ständig die Sorge, dass irgendwann vielleicht Blut dabei wäre. Ich bin Krankenschwester und habe genug Patienten gesehen, die mit Raucherleiden ins Krankenhaus kommen. So wollte ich doch nicht enden. Doch was sollte ich machen?

Schließlich gab ich mir, wahrscheinlich das erste mal in meinem Leben, eine ehrliche Antwort. Ich wollte gar nicht „aufhören“. Ich rauchte gerne!

Da fiel mir ein, dass eine Nachbarin mir vor kurzem ihre E-Zigarette gezeigt hatte. Sie war Dual-Userin. Doch sie hatte von ca. 30 Zigaretten auf 5 (!) täglich reduziert und nutzte die restliche Zeit ihre E-Zigarette.

Ich informierte mich also im Internet über die E-Zigarette und erkannte schnell, dass es konträre Meinungen zur Wirkung bzw. zur Schädlichkeit gab. Da mir allerdings mein gesunder Menschenverstand sagte, dass das Liquid mit seinen Bestandteile Propylenglycol, Glycerin, Aroma, Wasser und Nikotin, bei weitem nicht so schädlich sein kann, wie verbrannter Tabak, stürzte ich mich ins Abenteuer. Zumal ich aufgrund meines Gesundheitszustands nicht viel zu verlieren hatte. Wegen meiner vielen vergeblichen Versuche, mit dem Rauchen aufzuhören, war ich erst einmal etwas zurückhaltend und bestellte mir ein Starterset mit zwei Geräten. Es war recht günstig und ich sagte mir, falls das auch nichts bringt, hätte ich zumindest nicht soviel Geld vergeudet. Bei den Liquids verließ ich mich auf den Rat einiger User in einem Internetforum und kaufte mir zwei verschiedene Nikotinstärken. Nach ein paar Tagen hielt ich dann meine ersten E-Zigaretten in den Händen. Beim Auffüllen des Tanks hatte ich dann so meine Schwierigkeiten. Wie bekommt man denn das Liquid dort rein? Mmh, erstmal Internet schauen. Nachdem dieses Hindernis beseitigt war, ging ich auf den Balkon, um meine erste E-Zigarette zu probieren. Doch, du meine Güte, ich hustete ja schlimmer als mit den Tabakzigaretten. Da konnte etwas nicht stimmen, also erstmal wieder eine „Richtige“ anstecken und überlegen. Ein bisschen Internetrecherche, und herausgefunden, dass der Nikotingehalt zu hoch sein könnte. Den Tank also in den Ausguß geleert und das geringere Nikotinliquid eingefüllt. Und siehe da, es funktionierte. Super Geschmack, Boysenbeere, lecker. Auch der Flash paßte perfekt. Das war dann der 2. Mai 2014. In den ersten sieben Tagen hatte ich noch insgesamt fünf (!) Zigaretten geraucht. Warum? Weiß ich eigentlich selber nicht. Es gab keinen Grund, ich hatte keinen „Schmacht“. Der verbrannte Tabak schmeckte einfach grauenhaft. Nach sieben Tagen hatte ich mich bereits gefragt, wie ich dieses scheußliche Zeug mehr als vier Jahrzehnte konsumieren konnte.

Heute ist der 08. September 2015 und mir geht es gut. Der 5. Stock stört mich überhaupt nicht mehr. Ich schaffe den ganzen Weg ohne einmal anhalten zu müssen und oben angekommen leide ich nicht mehr an Luftnot. Mein Asthmaspray konnte ich bereits nach 4 Wochen dampfen weglegen. Ab dem 2. Tag war mein Husten verschwunden. Seit nunmehr 16 Monaten hatte ich noch keine einzige Erkältung, obwohl alle um mich herum erkältet waren. Mein ehemals erhöhter Blutdruck hat sich normalisiert. Nach 4 Wochen dampfen, fing ich wieder an Sport zu treiben. Als Raucherin hatte ich schon vor Jahren mit dem Sport aufgehört, weil ich nie genug Ausdauer hatte. Anfangs hatte ich noch Sorge beim Kardiotraining, dass mir die Luft ausgeht. Doch ich war positiv überrascht, als ich mein Training ohne Probleme absolvieren konnte. Heute mache ich regelmässig zwei bis drei Mal die Woche Sport und fühle mich jetzt mit 58 Jahren belastbarer als mit 35 Jahren.

Das Dampfen ist für mich mittlerweile zum Hobby geworden. Ich freue mich an den schönen Geräten und experimentiere gerne mit den verschiedensten Aromen. Meine Nikotinstärke ist von anfänglich 18mg/ml auf 9mg/ml gesunken. Für mich bedeutet das, dass das Nikotin, so wie wir Dampfer es nutzen, nicht abhängig macht. Ich kann sogar meine Dampfe mal zuhause vergessen und es stört mich überhaupt nicht. Mit Tabakzigaretten wäre das unmöglich gewesen.

Beim Kauf meiner Geräte und Liquids bzw. Aromen achte ich peinlichst darauf, keine Produkte der Tabakindustrie zu erwerben. Denn dann weiß ich nicht, was zugemischt wird, um mich wieder in eine Abhängigkeitsfalle zu locken.

Dampfen rettet Leben.