Dampfer0815

Mit dem Rauchen habe ich im Alter von 15 Jahren begonnen. Anfänglich habe ich mir keine großen Sorgen um meine Gesundheit gemacht. Diese änderte sich im Laufe der Jahre… In den letzen zehn Jahren wurde mir das Rauchen immer mehr zur Last, mehr sorgar, eher zur Qual. Das schlimmste daran war, dass ich genau wusste, was ich meiner Gesundheit mit dem Rauchen antue.

Ich war aber nie in der Lage, dem Rauchen ein Ende zu setzen. Alle Versuche sind gescheitert, ob Kagummi, starker Wille, „Endlich Nichraucher“ lesen, Sport, nichts hat etwas gebracht. So kam ich mir der Sucht machtlos ausgesetzt vor, ohne eine Möglichkeit dem ein Ende zu setzen. Ein Weile konnte ich meine Angst vor den gesundheitlichen Folgen verdrängen, doch immer wieder kam sie hoch.

In den letzten Jahren kamen dann auch tatsächlich die gefürchteten gesundheitlichen Probleme, wie geringere körperliche Belastbarkeit, morgentlicher Husten und Auswurf und gelegentliche, nächtliche Atemnot. Gerade nach dieser kam ich mir sehr machtlos vor. Zwar betreibe ich Phasenweise auch immer wieder aktiv Sport, doch änderte dies nichts an meiner Sucht.

Im Februar 2015 der Schock: bei meinem Vater, der bereits über 40 Jahre raucht, wurde bösartiger Lungenkrebs diagnostiziert. Die Behandlung und die Krankenhausbesuche haben mich dann nachhaltig geprägt und mir die Notwendigkeit eines Rauchstopps mehr als deutlich aufgezeigt. Nie werde ich das Bild der kürzlich operierte Patienten vergessen, die vor dem Krankenhaus mit Thoraxdrainage in der Raucherecke stehen und rauchen oder meinem Vater, den ich bei einem Besuch im ersten Moment nicht erkannte.

Aber was nun? Soll ich auch so enden? Und so bin ich auf Phil und seinen Dampferhimmel gestoßen. Anfänglich skeptisch bin ich seinen Ratschlägen gefolgt und habe mir eine Kanger EVOD II und ein Tabakliquid mit 12mg Nikotin gekauft. Die ersten Tagen waren schwierig, aber ich war von meinem Vorhaben überzeugt und blieb dabei. Nach drei Tagen hatte ich es geschafft und war bei 100% dampfen und 0% rauchen, und das nach knapp 20 Jahren Rauchen ohne „längeren Unterbrechungen“ (ca. 20-30 Zigaretten am Tag). Ich konnte es (und kann es noch immer nicht fassen) fassen, wie leicht mir der Umstieg mit diesem Hilfsmittel gefallen ist.

Auch spürte ich in den ersten Wochen körperlich, wie gut diese Entscheidung war! So war der morgentliche Husten weg, tief durchatmen ging problemlos und mein Geschmacks- und Geruchssinn waren wieder voll da. Mit den Sinnen musste ich etwas kämpfen, da mir nun viel mehr Gerüche (so z.B. kalter Rauch) störend auffielen. Beim Kochen musste ich etwas meine Gewürzgewohnheiten anpassen, da mir nun vieles schneller versalzen vorkam.

In den nächsten Monaten befasst ich mich ausgiebig mit dem Thema „Dampfen“ und allem, was so dazu gehört (Technik, Liquid, Studien, Paper, Gesetzesverordnungen, Dampfen in anderen Ländern, Meinungen von Usern, Medien und Politiker).

Dabei stieg stetig auch meine Wut! Mir war und ist es unbegreiflich, was aus dieser Chance für aufhörwilligen Rauchern gemacht wurde und welcher Mist über sie verbreitet wird. Ich bin promovierter Naturwissenschaftler und verstehe, was ein Liquid enthält und kann einschätzen, welchen „Risiken“ ich durch das Dampfen eingehe (bzw. welche Risiken seitens des Rauchens ich mir dadurch spare). Auch kann ich Paper lesen lesen und weiß, wie sie zu interpretieren sind. Die verwendeten Methoden, wie HPLC, GC-MS Analysen usw. sind mir geläufig, da ich sie selbst auch schon durchgeführt habe.

Um so unglaublicher ist, was tatsächlich publiziert wird und welche Erkenntnisse, Schlüsse und Folgerungen gezogen werden. Nicht zuletzt von der Politik, die nach meiner Einschätzung sich nicht mal wirklich mit dem Thema auseinander gesetzt hat (und sich nur auf das Urteil der „Spezialisten“ verlässt) oder mal die „echten“ Betroffenen befragt hat. Obendrauf gibt es noch eine Ohrfeige vom DKFZ (was ja eigentlich nicht stimmt; dahinter steckt die Idiologie der WHO) und der erhobene Zeigefinger und Ignoranz

Gefolgt vom blanken Hohn: es wir auf „bestehende“ Mittel zur Raucherentwöhnung verwiesen (Kaugummis, Pflanzer, Sprays, Therapiesitzungen, etc.). Und wo liegen deren Erfolgschancen? Nach meinem Wissen liegt die Rückfallquote bei Exrauchern bei 98%, mit den Hilfsmitteln nach einem Jahr bei 96% (in Wirklichkeit ist es noch weniger). „Einfach aufhören“, ich kann es nicht mehr hören.

Als Betroffener (Suchtgefährdeter) fühle ich mich von der neuen TBD2 zutiefst beleidigt, bevormundet, unverstanden und letzendlich auch gefährdet. Nach fast einem Jahr 100% Dampfer sehe ich mich noch nicht über dem Berg! Wird mir das Dampfen genommen (und das geschieht durch die neue Verordnung), fürchte ich, dass ich wieder mit dem Rauchen anfangen könnte. Es ist nicht das Nikotin, es ist die Gewohnheit! Weniger Rauchen geht nicht, da jedes Mal der Kick durch das Rauchen gleich ist. Beim Dampfen kann ich das Nikotin reduzieren und irgendwann auf 0 mg/mL gehen.

Ich bin froh und glücklich, dass ich (auch bei der ganzen Negativpresse) mich an das Dampfen ran getraut habe. Mir geht es seither deutlich besser und ich muss mich auch nicht mehr mit meiner Angst quälen! Klar ist, dass das Dampfen auch nicht gänzlich frei von Risiken ist. Aber ich tausche gerne etwas nachweislich schädliches gegen etwas deutlich weniger schädliches (auch ohne Langzeitstudien und ohne definitiven Nachweis) ein. Mein gesunder Menschenverstand und meine eigener Körper sagen mir, dass dies die richtige Entscheidung ist.

Ich kann nur alle Raucher ermutigen, sich mal ersthaft mit dem Dampfen auseinander zu setzen und es auch zu versuchen! Ich habe den ein oder anderen auch schon das Dampfen gezeigt. Die Skepsis hierzu wurde in der letzten Zeit immer größer, doch waren und sind „echte Leidensgenossen“ (die ersthaft über ihre „Raucherkarriere“ nachdenken) meist sehr überrascht und auch begeistert von dieser echten Alternative.

Liebe Politiker, denkt an eure Aufgabe! Macht keine Gesetze ohne Sinn und ohne Not! Der Dampfermarkt scheint mir in der Lage, gewisse Standards zu schaffen und auch selbst aufrecht zu erhalten. Für das Dampfen benötigen wir hinsichtlich der Gesetzgebung ein Skalpell und nicht den Vorschlaghammer! Ich bin auch der festen Überzeugung, dass Dampfen die Lebensqualität vieler Menschen (Raucher) deutlich verbessern kann und sicher auch nicht wenige Leben retten wird! Dies sollte letztendlich im Vordergrund stehen…!!!