Christian Kaiser

Vielleicht hat die Mailaktion, auf die mich Philgood von Liquidhimmel gebracht hat, zur Folge, dass ganz viele Dampfer nicht nur ihre Geschichte erzählen, sondern auch die Volksvertreter dazu motivieren, das Volk zu vertreten. Ich habe das mit dem Folgenden versucht und hoffe ein oder im besten Fall zwei offene Augen damit erreichen zu können.
Also schrieb ich:
wie Sie zweifellos in den vergangenen Tagen schon des öfteren gehört, gesehen und gelesen haben, gibt es eine Vielzahl an Menschen in diesem Land, die sich für alles Mögliche stark machen möchten und das auf Demonstrationen, zum Teil auf umstrittene Weisen tun. Insofern mag es Ihnen so erscheinen, angesichts der vielen tragischen Ereignisse der jüngsten und älteren Zeit, als wäre das Folgende eher zu den Bagatellen zu zählen. In Wirklichkeit haben Sie, mit den hoffentlich zahlreich bei Ihnen eingehenden E-Mails, ein wesentlich inhaltsträchtigeres Anliegen vor sich, als das auf den ersten Blick erkennbar zu sein scheint. Bevor Sie nun also vor Ihren Schreibtisch treten, möglicherweise einen Kaffee in der einen und den Referentenentwurf und die in der TPD2 vorgesehenen Beschränkungen unter anderem der freien Meinungsäußerung in der anderen Hand halten, bitte ich Sie sich meine Geschichte des „Dampfens“ und die damit verbundene Entwöhnung von der Zigarette anzusehen. Auch wenn die Versuchung groß ist, Sie mit den Belangen von ca. 2,5 Mio. Mitmenschen in Deutschland die mittlerweile statt Zigaretten zu rauchen, lieber dampfen zu informieren, werde ich die vielen notwendigen Fakten die man als Dampfer wissen muss, nicht für ein Training nutzen, um Ihnen die unzähligen Vorteile des Dampfens gegenüber einer Zigarette mit nachweislich über 4100 Schadstoffen, darzulegen. Vielmehr möchte ich Sie motivieren, mit Ihrer Stimme dafür zu sorgen, dass Menschen mit Ideen und Visionen nicht von unsäglichen Beschlüssen, am denken gehindert werden. Stellen Sie sich nur vor, wie schallend das Gelächter derer war, die damals im Schein einer Öllampe die Vision von elektrischen Licht für dumm hielten und wie lächerlich diese Gesichter in einem heutigen Büro aussehen würden. Es wäre auch lustig zu beobachten, womit wir uns heute fortbewegen würden, wenn keiner die Erfindung des Rades zugelassen hätte. Selbstverständlich bin ich nicht blauäugig und kann intellektuell die wirtschaftlichen Zusammenhänge von Tabakindustrie und staatlichen Begehrlichkeiten, sowie die Interessen der Pharmaindustrie erfassen, bitte Sie aber gleichfalls ein Auge auf die Chancen und eventuellen künftigen Ersparnisse zu werfen, die eine um 95% geringere Gesundheitsgefährdung beim Dampfen, statt dem rauchen von Zigaretten mit sich bringen. Ich bin mittlerweile 8 Wochen ohne Zigaretten ausgekommen und habe somit meine Möglichkeit für ein rauchfreies Leben gefunden. Mein Lungenvolumen ist in dieser Zeit um 0,65 Liter gestiegen. Welche Geschmackserlebnisse ich ohne die betäubenden Wirkungen von Teerzigaretten mittlerweile habe und wie froh ich bin, eine ganz neue Welt olfaktorischer Erfahrungen zu genießen, sei nur am Rande erwähnt. Meine Bitte an Sie ist nun: Vertreten Sie mich bei den zuständigen Behörden und vermeintlich sachkundigen Stellen, die Ihnen gegenüber behaupten werden, das Dampfen sei schädlicher als das rauchen von Zigaretten. Zugegebenermaßen ist es nicht mit schwarzwälder Bergluft zu vergleichen, aber eben auch nicht mit dem Rauchen. Weil das so ist, bitte ich Sie als Volksvertreter einzustehen für die Möglichkeit von Innovationen und die ewig Vergessenden auf einen Weg zu bringen, auf dem nicht die gefeiert werden , die Ihnen Morsezeichen als modern verkaufen wollen. Wir haben in unserer Geschichte schon genug falsch gemacht und werden mit dieser Initiative die Welt sicher nicht in ein Paradis verwandeln können, aber auch die Herren Daimler und Benz haben mal mit Kleinigkeiten begonnen, die Andere nicht hören wollten. Schenken Sie diesem Anliegen eine hörbare Stimme und verleihen Sie diesem hier, als unser Vertreter des kleinen 2,5 Mio. Bürger Völkchens Gewicht, um den nicht sehr lustigen Monopolisten zu geben, was viele kleinere Manufakturen hier zu schaffen versuchen.

Hochachtungsvoll
Ihr durch Sie vertretene
Christian Kaiser.